Das Naturdenkmal Vlčí jámy befindet sich am Hang des Blatenský vrch (1042,6 m ü. M.). Es handelt sich um ein System von Senken und freigelegten Teilen von Gängen, die nach dem Zinnabbau im 16. Jahrhundert hier geblieben sind. Der Abbau erfolgte in der sogenannten Kammerbauweise bis zu einer Tiefe von 35 Metern unter der Oberfläche. Der umfangreichste Teil des Naturdenkmals ist der Wolfsgraben (Wolfspinge), der 120 Meter lang, etwa 14 Meter breit und bis zu 25 Meter tief ist. Nach dem Abbau der Georg-Ader (Kammergang-Zone) blieb der schmale Eisschacht (Eispinge) etwa 20 Meter tief zurück. Seinen Namen erhielt er wahrscheinlich aufgrund der geringen Luftzirkulation, wodurch in der schmalen Spalte eine stabile niedrige Temperatur erhalten bleibt, die zur Bildung von sogenanntem Höhleneis führt. Dieses Eis bleibt auch im Sommer am Grund der Spalte bestehen. Dieses spezifische Mikroklima war der Grund, warum das Gebiet seit 1975 gesetzlich geschützt ist.
Aus geologischer Sicht ist der Blatenský vrch der Gipfel eines tektonisch aufgewölbten Rückens mit asymmetrischen Hängen, die aus biotitischer Granit des Erzgebirgsplutons und Greisen (metamorpher Granit, typisch für das Erzgebirge) bestehen. In den Greisen des Blatenský-Massivs ist eine Sn-W-Li-Mo-Bi-Mineralisierung entwickelt. Die Hauptnutzkomponente war das Mineral Kassiterit (Zinnstein, SnO2). Charakteristisch ist auch das Vorkommen von Topas, Fluorit und Turmalin.
Die Umgebung der Vlčí jámy, die aus einer Fichtenmonokultur besteht, wurde zusätzlich durch Immissionen und anschließend durch Windkatastrophen stark beschädigt. Viel interessanter ist der Artenreichtum der Farnpflanzen in den Vlčí jámy selbst. Hier wachsen beispielsweise Rippenfarn (Blechnum spicant), Buchbrunn (Phegopteris connectilis), Nordischer Streifenfarn (Asplenium septentrionale), Braunstiel-Farn (Asplenium trichomanes), Zerbrechlicher Blasenfarn (Cystopteris fragillis) und Ruprechte (Gymnocarpum dryopteris). Es kommen auch kälteliebende Arten der Bergflora vor, wie Platanenblättriger Hahnenfuß (Ranunculus platanifolius) oder Alpen-Mutterkraut (Homogyne alpina). Ein Naturdenkmal ist auch das einzige Vorkommen von Mielichhoferia mielichhoferiana - ein seltener Moos, der an Substrate mit freigelegten Kupfererzadern gebunden ist. Diese Art wurde hier 1997 nachgewiesen.
In den Granitwänden der Vlčí jámy nistet das Hausrotschwänzchen (Phoenicurus ochruros) und bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts war auf dem Blatenský vrch regelmäßig das Auerhuhn (Tetrao urogallus) anzutreffen. Außerdem trifft man hier auf die Waldeidechse (Zootoca vivipara) oder die Blindschleiche (Anguis fragilis). Kürzlich wurde hier zufällig der kritisch gefährdete Gartenschläfer (Eliomys quercinus) entdeckt - nähere Informationen zu diesem Fund siehe frühere Artikel.
Höhleneis aus den Vlčí jámy wurde in der Vergangenheit zur Kühlung von Lebensmitteln genutzt. Nach der Schlacht bei Leipzig im Jahre 1813 wurden angeblich sechs Wagenladungen Eis in Militärlazarette gebracht. Im Sommer 2005 förderte eine Gruppe Bürger aus dem nahegelegenen Klingenthal etwa zwei Tonnen Höhleneis, um daraus einen Schneemann zu bauen und so einen Wettbewerb eines regionalen Radiosenders zu gewinnen. Laut Zeitungsberichten aus dieser Zeit gewannen sie den Wettbewerb nicht und jedem der sechs Täter wurde zusätzlich eine (ziemlich milde) Geldstrafe von 20000 Kč auferlegt. Das Höhleneis kehrt allmählich in die Vlčí jámy zurück, obwohl durch diesen vandalischen Eingriff das einzigartige Mikroklima beschädigt wurde. Die Anwesenheit des Eises vergrößert den Temperaturunterschied zwischen der kalten Luft, die natürlich auf den Grund der tiefen Grube sinkt und im Sommer den Eintritt warmer Luft verhindert. Über der Eisschicht entsteht so eine Schicht sehr kalter Luft, die sich praktisch nicht bewegt. Die Neubildung von Höhleneis wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Klimawandel und Entwaldung der Umgebung der Vlčí jámy tragen dazu bei, dass sich die Felsen im Sommer stärker aufheizen, aber die kühleren Winter der letzten Jahre haben einen positiven Einfluss auf die neu entstehende Schicht von Höhleneis.
Zum Naturdenkmal Vlčí jámy führt ein Lehrpfad von Horní Blatná, der bis zum Blatenský vrch endet. Ähnliche Einbruchstellen gibt es jedoch im Erzgebirge viele - die Vlčí jámy gehören zu den bekanntesten.
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