In der Siedlung Königsmühle standen einst sechs Häuser, heute sind von den Häusern nur noch Ruinen übrig, umgeben von der schönen Natur des Bergtals. Früher lebten hier 57 Menschen, nach 1945 mussten sie jedoch wegziehen. Von der Siedlung sind in Form von Ruinen mehrere Häuser erhalten geblieben. Seit 2012 findet dort jährlich ein Land-Art-Treffen von Holzschnitzern, Musikern, Stonebalancern und anderen Künstlern statt.
Königův mlýn fiel unter die Gemeinde Háj im Bezirk Chomutov (Komotau). Der Ort wurde wegen der allmählichen Aussiedlung der Einwohner von den Karten gelöscht. Während Königův mlýn im Jahr 1860 53 Einwohner in sieben Häusern zählte, sank die Einwohnerzahl im darauffolgenden Jahrzehnt um sieben auf 46, wobei ein neues Haus hinzukam. Historische Informationen sind jedoch sowohl aus früheren als auch aus neueren Zeiten spärlich.
Dank der Nachforschungen unter den älteren Einwohnern von Háj wurde Folgendes festgestellt:
Von den fünf Häusern handelt es sich um Wohnhäuser der Familien Fohrmann, Siegel, Giebert, Pöschl und Siegel. Die restlichen zwei Häuser waren vermutlich Mühlen. Hier wurde das Getreide, das auf der Handelsstraße (daher auch die Mautstraße = Straße mit Maut) von Böhmen nach Sachsen transportiert wurde, gemahlen und gesackt. Zu einer Mühle gehörte auch ein kleiner Teich mit einem Damm, in dem das Wasser gesammelt wurde. Bei genauerem Hinsehen ist er heute noch erkennbar. Der letzte Besitzer dieser Mühle war ein Vorfahr des Wirts von Klínovec. Der bis heute erhaltene Kellereingang dieser ehemaligen Mühle wurde von den Einwohnern der fünf Häuser während des Zweiten Weltkriegs als Schutzraum bei Luftangriffen genutzt.
"Ja, es war das Ende der Welt. Besonders im Winter. Die Leute waren völlig von der Welt abgeschnitten", sagt die gebürtige Einwohnerin von Königsmühle, Frau Rosemarie Ernst, die dieses Jahr ein Erinnerungsbuch über diesen Ort herausgebracht hat (aus Interviews mit P. Mikšíček und W. Wittenberg). Eines der Häuser in Königsmühle gehörte ihren Großeltern väterlicherseits. Unter großen Entbehrungen baute der Großvater von Frau Ernst als junger Mann dieses Haus für seine Familie auf den Fundamenten einer alten Ruine. Hier wurden seine drei Söhne geboren und wuchsen auf.
Der Zufahrtsweg zu dem kleinen Ort, der aus Richtung Háj kommt, war etwa 1,5 km lange Schlucht. Seit Jahrhunderten führte hier ein alter Handelsweg entlang. Schwere Pferdewagen fuhren hier entlang, und transportierten Getreide, Erz, Holz und andere schwere Lasten von Böhmen nach Sachsen. So wurde die Straße Jahr für Jahr tiefer in den Boden gedrückt und erreicht stellenweise jetzt eine Tiefe von bis zu drei Metern.
Heute wird dieser Ort als ‚verschwundene Gemeinde‘ bezeichnet, was eine Reihe von Prozessen repräsentiert, die im Inneren und Umgebung der Gemeinde nach der Vertreibung der Deutschen in den Jahren 1945 und 1946 stattgefunden haben. Als im Herbst 1946 die Einwohner von Königův mlýn ausgewiesen wurden, nutzten die übrig gebliebenen Menschen aus Háj ihre Häuser als Baustoffquelle. Dächer, Balkone, Fenster und Türen - all das verschwand und der Ort ging unter. Heute sind die Häuser, die immer noch über die Armut ihrer einstigen Bewohner erzählen, nur noch Ruinen.
Die Gebäude wurden somit nach und nach abgerissen, Wege nicht mehr instandgehalten, Wiesen und Felder ebenso. Langsam kehrte die Natur ins Tal zurück. Aufgrund der hohen Lage und der kurzen Vegetationsperiode erfolgt die Sukzession hier sehr langsam, sodass das Zentrum der Siedlung im Vergleich zu den meisten verschwundenen Dörfern nicht im Dickicht des Nachwuchsholzes versunken ist.
Dieser Ort ist in erster Linie ein Denkmal an die Zeit der Zerstörung der Siedlungen in den 1950er Jahren. In jener Zeit verschwanden rund 3000 Gemeinden, Gemeindeteile und Einzelgehöfte. Im ganzen tschechisch-deutschen Grenzgebiet entstand bisher kein Erinnerungsort, kein Mahnmal der verschwundenen Gemeinden direkt an ihrem ursprünglichen Ort. Die meisten Orte eignen sich dafür nicht. Von den Gebäuden blieb entweder nichts übrig oder das gesamte Siedlungsgebiet ist von dichtem Nachwuchsgrün überwuchert, das überhaupt nicht zur Besichtigung einlädt. Im Falle von Königův mlýn verbindet sich eine Gruppe wertvoller historischer Gebäude, offenes und durchgängiges Terrain und ein ästhetisches Erlebnis der umliegenden Landschaft.
Es ist mehr als wahrscheinlich, dass die Stätte in den nächsten 20 Jahren verschwinden wird, wenn keine Konservierung der Gebäude erfolgt. Es handelt sich also nicht nur um ein wildes, naturähnliches Tal, sondern auch um ein erhaltenes Beispiel einer verschwundenen Siedlung im Bergtal. Die ehemalige Siedlung selbst stellt eine einzigartige Lokalität dar, an der sich landschaftliche, historische und natürliche Werte vereinen. Auf den umliegenden Wiesen findet man auch Zeugnisse der Bergbauentwicklung im Erzgebirge.
Im Falle von Königův mlýn handelt es sich eher um den Genius loci als um klassische Denkmalswerte - es sind keine bedeutend historisch wertvollen Konstruktionen, Einrichtungen, es fehlen Innenräume vollständig, erhalten sind nur Fragmente von kunsthandwerklichen Elementen usw. In diesem Fall muss wohl festgestellt werden, dass der Naturschutz deutlich klarere Schutzobjekte hat als die Denkmalpflege. Das zeigen sie schon dadurch, dass es hier eine der höchsten Schutzstufen gibt. In diesem Zusammenhang kann man hier größere Entwicklungs- und andere Projekte ausschließen, was ein bedeutender Pluspunkt ist, schon allein wegen der nahen, stark frequentierten Erholungsgebiete.
Die Zukunft von Königův mlýn sehen wir in der Aufmerksamkeit für diesen kulturellen Ort durch verschiedene Treffen, wie zum Beispiel Königsmühle 2013. Wir arbeiten auch daran, sie wieder in offizielle Karten aufzunehmen und dieses Ort mit einem Wanderzeichen zu versehen und mit einer Informationstafel mit kulturhistorischen Konnotationen auszustatten.
Die einzigartige Landschaft hier wurde zum Beispiel vom bekanntesten Maler des Erzgebirges, Gustav Zindel, festgehalten.
Das Erinnerungsbuch, geschrieben in deutsch von der gebürtigen Einwohnerin von Königoweitl - Frau Rosemarie Ernst, kann unter: info@königsmühle.cz bestellt werden.
Destinační agentura
Krušnohoří, z.s.
Závodní 353/88
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USt-IdNr: 17707285
Datenbox: tedd9xw
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