Ehemaliges Zwangsarbeitslager Barbora - Vršek

Tábor Vršek bei der Grube Barbora wird im Kreuzweg durch Dornen symbolisiert. Sein Tarnname war "E". Als Arbeitslager für außergerichtlich zur Arbeitserziehung bestimmte Personen wird es bereits am 3. Oktober 1949 erwähnt. Dieses Lager wurde am 25. April 1951 aufgelöst und das Gelände vom Ministerium für Nationale Verteidigung an das Justizministerium übergeben. Die Übergabe wurde am 1. Juni 1951 abgeschlossen und am 1. August wurde ein Gefangenenlager mit drei Gefangenenschbaracken in Betrieb genommen. Dieses war bis zum 30. März 1957 in Betrieb. Die Gebäude wurden hier nicht wie an den anderen Lagerstandorten abgerissen, sondern es wurde eine Unterkunft für zivile Mitarbeiter der Grube und später eine Kaserne der Tschechoslowakischen Volksarmee eingerichtet.

Vršek 5
362 51 Jáchymov

Ehemaliges Zwangsarbeitslager Barbora - Vršek

Das Lager gehörte zu den gefürchtetsten in der Region, und zwar wegen der sehr harten klimatischen Bedingungen bedingt durch die Höhenlage von 1004 Metern über dem Meeresspiegel und dadurch, dass es auf der windzugewandten Seite eines Gebirgskamms stand. Aufgrund des rauen Klimas und des Bergbaus unter unpassenden geologischen Bedingungen gab es an diesem Arbeitsplatz die meisten Arbeitsunfälle (einschließlich tödlicher) in der gesamten ČSSR. Dazu kam die Grausamkeit und Brutalität der dortigen Wachen.

Das Lager bestand aus drei Gefangenenbaracken, einem Korrektionshaus und einem Verwaltungsgebäude. Lager und Werkstätten, die aus anderen Lagern bekannt waren, gehörten hier zum angrenzenden Bergwerk Barbora. Die Kapazität des Lagers betrug 450 Personen. Obwohl keine Berichte über Erweiterungen erhalten sind und die Lagerkarten nur die erwähnten Gebäude zeigen, wird zum 1. Oktober 1956 ein Zustand von 868 Gefangenen und 65 Mitgliedern der SNB (Protokoll über die Übergabe des Lagerkommandantenamts) und zum 25. Mai 1956 sogar 1100 Gefangenen (Vorschlag zur Auflösung des Lagers vom 25. Mai 1956) angegeben. Hätte sich das Lager also nicht vergrößert, wäre es stark überfüllt gewesen.

Die Kommandanten (Lagerkommandanten) des Lagers waren: Wachtmeister des Verbands der Gefängniswache (SVS) K. Filsak, Stabsgendarm des Korps der nationalen Sicherheit (SNB) F. Malina und zuletzt Stabsgendarm der SNB F. Filandr.

Die Korrektionszelle bestand aus einem Betonbunker mit drei Abteilen von innen 2 x 1 Metern Größe. In der kürzeren Wand war ein kleines vergittertes Fenster, das selbst im Winter trotz dreißig Grad Frost nicht verglast war. Die einzige Ausstattung war ein Holzbett ohne Matratze und ein Eimer, der als Toilette diente. An geraden Tagen erhielt der Insasse in der Korrektionszelle keine Nahrung, an ungeraden Tagen Kaffee (Frühstück), Suppe mit einer Scheibe Brot (Mittagessen) und Kaffee ohne Zucker (Abendessen). Im Winter musste er bis zu zwei Meter hohe Schneeverwehungen beseitigen.

Zu den bekanntesten Gefangenen gehörten der Abt des Klosters in Teplá Heřman Till, der heimlich geistlichen Trost spendete, und der Torwart der Eishockey-Nationalmannschaft Bóža Modrý, der sich nie brechen ließ und immer selbstbewusst auftrat, wodurch er den anderen moralisch half. Zu weiteren bekannten Gefangenen gehörte Jiří Mucha (Sohn des Malers Alfons Mucha), der seine Erfahrungen mit den Jáchymov-Bergwerken auch in das Buch "Studené slunce" einfließen ließ -

Sammellager Ostrov. Von hier aus werden Transporte auf die einzelnen Jáchymov-Lager verteilt. Hier ist es wie in einem riesigen Pankrác 111. Oder Kriegsgefangenenlager. Viele zerlumpte Leute warten darauf, was als nächstes passiert. Und hinter dem Draht sind die schwarzen feindlichen Berge. Es ist fantastisch. Wie ein erschreckender Blick in die Zukunft. Schwarze Berge rundum, Sturm, Regen und ständig auf die Wachtürme gerichtete Maschinengewehre. Nikolaj ist das Schlimmste. Hoch in den Bergen, kalt, ständig Schießereien, Tote. Große Baracken, viele Menschen, Schießscharten alle fünfzig Meter. Und soldatische Disziplin. Das Lager ist hermetisch mit doppeltem Stacheldrahtzaun verschlossen und in die Vorzone leuchten die ganze Nacht Scheinwerfer. Nach der Ausgangssperre darf niemand die Baracke verlassen. Wachen schießen sofort. In der Mitte des Lagers ein hässlicher, böser Ort. Die Korrektionszelle. Von den Lagern führen Kilometer lange Tunnels aus doppeltem Stacheldraht zu den Schächten, steinig, steil. Hier werden wir zur Arbeit getrieben wie Löwen in eine Arena. Einer im anderen verankert und eng aneinander gedrängt. Wachmänner mit Maschinengewehren laufen herum, schreien, treiben an. Es reicht, aus der Reihe zu fallen und es ist ein Aufstand. Zur Strafe marschiert die ganze Kolonne Körper an Körper. Wir tragen die Kleidung von Söldnern des Dreißigjährigen Krieges. Schwarze Stiefel, Hosen, Gummimäntel mit breiten doppelten Schultern und Walfängerhüte. Roboter, deren Gesichter nicht zu sehen sind, eine sich bewegende Masse an Kraft. Wir treten im Dunkeln an, Regen und Sturm schlagen auf uns ein, wir stehen stundenlang wie schwarze Felsen. Hier hört der Spaß auf. Wie in einem schrecklichen Film richten Scheinwerfer ihre blendenden Augen auf uns und die ganzen Berge sind mit Käfigen besiedelt, in denen tausende Roboter sind. Drei Mal in der Nacht wurden wir durch Maschinengewehrfeuer geweckt. Um vier Uhr Alarm und ein einstündiger Appell. Dies ist kein Lager, das ist die Front! Monate und Monate sagt man sich: Das ist doch Unsinn! Ich werde doch nicht ewig in dieser Unterwelt bleiben. Man sucht einen Ausweg, glaubt, dass man entkommen kann, bis man eines Tages erkennt, dass die Gitter des Käfigs überall gleich fest sind und dass es keinen Fluchtweg gibt, nur ein langes, endloses Warten. Minuten scheinen wie Tage. Wochen dehnen sich zu Jahren.

Nach der Schließung des Bergwerks wurden hier nach und nach Militäreinheiten eingerichtet. Zuerst eine Einheit für radiotechnische Ausrichtung und später VÚ 5849. Konkret handelte es sich um die Unteroffizierschule für Sanitätsinstruktoren. Die Einheit war hier bis 1975 stationiert, als sie nach Uherské Hradiště verlegt wurde. Die Gebäude wurden dann ungenutzt dem Verfall überlassen und schließlich 1991 abgerissen.

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