Heute möchten wir Sie an Orte führen, an denen in den 40er und 50er Jahren Arbeitslager für politische Gefangene existierten. Der Lehrpfad Jáchymov's Hölle mit einer Länge von 8,5 km beschäftigt sich hauptsächlich mit diesem Thema, Sie erfahren aber auch vieles über die ältere Geschichte Jáchymovs, die Umgebung, Natur und Ökologie. Sie können die Route selbständig erkunden und die Informationen von Tafeln lesen, die mit QR-Codes versehen sind, oder (und das empfehlen wir besonders) mit einem Führer der Vereinigung Politische Gefangene.cz absolvieren.
In der Gegend von Jáchymov und Horní Slavkov wurden damals 18 Gefangenenlager errichtet, in denen in knapp 15 Jahren Bergbau 7.940 Tonnen Uran gewonnen und 1.102,9 km Stollen geschlagen wurden. Ein erbärmliches Leben voller anstrengender, erschöpfender Arbeit im Untergrund erlebten etwa 65.000 Menschen, die ständig davon überzeugt wurden, dass sie nur "Muks" seien, Männer zur Vernichtung bestimmt.
Die Strecke des Lehrpfades führt in einer Runde auf dem gelben Wanderweg. Sie beginnt vor der Kirche St. Joachim und St. Anna am Denkmal "Kreuzweg zur Freiheit" - Menhire, die für die einzelnen Arbeitslager in der Region Jáchymov errichtet wurden, und die zentrale Plastik "Tor der Freiheit" des Bildhauers Roman Podrázský. Der Pfad führt bergauf an der Münze vorbei und über eine Treppe zur ehemaligen Grube Svornost. Von dort steigt der Pfad einen halben Kilometer durch den Wald um die Tafeln "Stollen Nr. 1" und "Mauthausen-Treppe" zur Plattform hinauf, auf der einst das Arbeitslager Svornost stand. Heute zeugen die Reste der Fundamente einiger Lagerbaracken und der Überbleibsel der ehemaligen Korrektur von dessen Existenz.
Versuchen Sie, zumindest ein paar Minuten in der dunklen Korrektur zu verbringen. Diese erhielten die Gefangenen in den Lagern als Strafe. Eine kleine feuchte Zelle, genannt "Gefängnis im Gefängnis", ohne Fenster, ohne Heizung, ohne Essenszuteilung. Wenn die Aufseher es wollten, zwängten sie eine größere Anzahl von Gefangenen in die Korrektur, die dann die ganze Zeit stehen mussten, keinen Luft bekam, geschlagen wurden oder ein wütender Hund auf sie gehetzt wurde...
Von Lager Svornost führt der Weg weiter zum Stadtteich und steigt dann zu dem Gelände des ehemaligen Arbeitslagers Nikolaj hinauf, von wo aus man zum Gelände der ehemaligen Grube Eduard gelangt.
Beide dieser Lager waren nicht Teil eines eingezäunten Areals, die Gefangenen wurden daher durch sogenannte "russische Busse" verlegt, bei denen eine Gruppe von bis zu 120 Gefangenen dicht zusammengedrängt und mit einem 6 Millimeter dicken Stahlseil umwickelt und dann mit einem Schloss verschlossen wurde...
Von Eduard führt der Weg an Heinz‘ Teich vorbei in das Tal des Elias-Baches bis zum Pfadfinderkreuz und Hügel. Es folgt ein Kilometer langer Aufstieg zur Haltestelle Lager Rovnost. Die verbleibenden 1,3 Kilometer führen auf dem blauen Wanderweg an der Haltestelle Swiss und der Kapelle der Muttergottes zur Kapelle der Heiligen Maria von Altötting, wo der Lehrpfad endet.
Zurück in die Stadt geht es den Weg um den Turm Šlikovka (ehemalige Burg Freudenstein) mit einem schönen Ausblick auf den Berg Klínovec mit dem Sender und dem Bergbaumuseum Stollen Nr. 1.
Wenn Sie an einem VERBINDLICHEN SPATZIERGANG in tschechischer, englischer oder deutscher Sprache interessiert sind, besuchen Sie die Webseite https://retizkarna.cz/prochazky/ und reservieren Sie einen Termin. Sie sind für die breite Öffentlichkeit ab vier Personen oder für Schulgruppen sowie Firmen- und private Veranstaltungen bestimmt.
Jáchymov und Umgebung bieten viele Orte, die von der jüngsten Vergangenheit erzählen. Wenn Sie eine mehrtägige Exkursion unternehmen möchten, empfehlen wir als Unterkunft die Apartments Claudia. Von dort aus sind Sie in Gehweite zur Retizkarna, aber auch zum Roten Turm des Todes. Beide Ziele sind etwa 5 Kilometer entfernt.
Mit dem Fahrrad auf dem Radweg 2198 oder 2005
Mit dem Bus von Karlovy Vary, Potůčky, Vejprty oder Boží Dar zur Haltestelle Jáchymov, radnice
Mit dem Auto von Boží Dar, Ostrov oder Nejdek
Destinační agentura
Krušnohoří, z.s.
Závodní 353/88
360 06 Karlovy Vary
USt-IdNr: 17707285
Datenbox: tedd9xw
Der Betrieb und die Aktivitäten der DMO wurden mit Mitteln aus dem Staatshaushalt der Tschechischen Republik im Rahmen des Programms des Ministeriums für regionale Entwicklung unterstützt. Das Projekt „Unterstützung der Destinationsagentur Erzgebirge, z.s.“ wurde mit Mitteln aus dem Staatshaushalt der Tschechischen Republik im Rahmen des Programms des Ministeriums für regionale Entwicklung umgesetzt.